Anonyme Ratschläge, oder besser gesagt anonymer Terror?

Jede ehrenamtliche Tätigkeit ist irgendwann mit der Aufgabe versehen etwas schriftlich mitteilen zu müssen. Nun kann man wahrlich nicht von jedermann, der seine Freizeit ehrenamtlich zur Verfügung stellt, auch ein Deutschstudium als Voraussetzung erwarten. Von daher ist es schon skurril wenn man dann anonymerweise auf diverse Fehler der Zeichensetzung in seinem Schreiben hingewiesen wird.

Geradezu grotesk wird es allerdings, wenn als Begründung, warum dies getan wird, die ansonsten weiterhin ebenfalls mangelhafte Behandlung der deutschen Sprache des übrigen (in diesem Fall Schachvolk) Empfängerkreises gerügt wird.

Es war also dem anonymen Schreiber keineswegs ein Anliegen dem Verfasser des Rundschreibens zu einer besseren Kenntnis der deutschen Sprache zu verhelfen, es war ihm einfach ein Bedürfniss festzustellen, dass seine eigenen Kenntnisse weit über der übrigen Leserschaft zu liegen scheinen und er sich berufen fühlt der Lehrer derselben zu sein.

Da dem anonymen Schreiben ein korrekt korrigiertes Exemplar des beanstandeten Rundschreibens beilag, gehe ich davon aus, dass der anonyme Schreiber sich einer Ausbildung als Lehrperson erfreut.

Welches Ego muss diese Peson besitzen, welch ein Dünkel. Zumindest besitzt sie die Feigheit nicht den eigenen Namen unter das selbst fabrizierte Geschreibsel zu setzen. Wächter sein zu wollen ohne zu sagen wer der Wächter ist. Es erinnert einen schon an einen Heckenschützen, der Terror ist der gleiche, nur die Waffen sind andere. Das ganze überdeckt mit dem Mantel einer heuchlerischen Freundlichkeit.

Es ist geradezu die Perversion des Geistes, die eigene Meinung unter dem Deckmantel der Anonymität verbreiten zu wollen. Es zeugt weder von einer überragenden Intelligenz noch von dem sich selbst gegebenen Anspruch besser zu sein wie die anderen.

Ich halte grundsätzlich nichts von anonymen Meinungsbekundungen, sie sind in der Sache meist wenig hilfreich und bei angegriffenen Personen bewirken sie lediglich ein Gefühl der Hilflosigkeit, ähnlich wie bei einem Terroranschlag. Man kann sich anscheinend nicht wehren. Dem ist aber nicht so. Je öffentlicher die anonyme Schreiberei angeprangert wird, desto mehr werden die anonymen Schreiber aus diesem Dunkel ans Licht gebracht werden. Ich werde deshalb jeden, der mir irgendwann als anonymer Schreiber bekannt wird, veröffentlichen. Ich kann nur jedem raten, der sich ähnlich angegriffen fühlt, genau so zu handeln.

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